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Unser "Hausberg" der Goddelsberg

Goddelsberg

 

Der Goddelsberg - "Urwald von morgen"

 

Direkt vor der Ferienwohnung gelegen ist der Goddelsberg mit einer Höhe von 525 m ein typischer Vertreter der zahlreichen Kuppen des Waldecker Voruplands. Heute wird er von einem artenreichen ca. 10 ha großen Mischwald bedeckt. Durch seine steilen Hänge und die dadurch erschwerte Zugänglichkeit war der Goddelsberg schon immer Grenzwirtschaftswald.

Seit dem Anfang der Achtziger Jahre hat keine forstliche Nutzung mehr stattgefunden. Mittlerweile hat sich bereits ein reichhaltiges Angebot an Todholz herausgebildet. Todholz bildet ein wichtiges Strukturelement naturnaher Wälder. Es bietet während seiner Zersetzung zahlreichen Tierarten Lebensraum und Nahrung. Dabei werden liegende Stämme meist von anderen Arten besiedelt als stehende.

Das Waldbild wird überwiegend durch die Rotbuche bestimmt. Mit einem Alter von unter 130 Jahren sind die Bäume auf dem größten Teil der Fläche noch vergleichsweise jung. Rotbuchen in Urwäldern können mehr als doppelt so alt werden. Die höher gelegenen Südhänge werden von der Traubeneiche dominiert. Als weitere Mischbaumarten sind Stieleiche, Hainbuche, Esche und Berahorn am häufigsten.

Die Bodenvegetation wird im Frühjahr geprägt von zahlreichen Arten wie Buschwindröschen, Waldmeister und Zwiebelzahnwurz sowie auf dem Südostplateau von Maiglöckchen. Im Sommer treten Einblütiges Perlgras und Fuchsgeiskraut sowie der Jungwuchs von Rotbuchen in Erscheinung.

Im Naturwald Goddelsberg und dem angrenzenden Naturdenkmal "Alter Stenbruch" mit seinen sonnenexponierten, offenen Abbruchkanten wurden 38 Brutvogelarten und einige Gastvogelarten festgestellt. Ihre Siedlungsdichte ist mit 60-65 Revieren auf 10 ha recht hoch. Aufgrund des vielseitigen Höhlenangebotes sind Kohl- und Blaumeise sowie Kleiber sehr stark vertreten. Es folgen Sumpf- und Weidenmeise sowie die kleine Tannmeise. Als Langstreckenzieher aus dem tropischen Afrika ist der europaweit stark rückläufige Trauerschnäpper noch regelmäßiger Brutvogel. Buchfink, Waldlaubsänger, Kernbeißer und einige Drosselarten sind als Freibrüter ebenso anzutreffen wie Waldkauz, Bunt-, Grau- und Kleinspecht.

Um den Bestand der europaweit geschützten Haselmaus zu sichern, richtet die Naturschutzakademie Hessen momentan ihr Augenmerk auf den Goddelsberg. Mit speziellen Nisthilfen ist es gelungen Tagesquartiere für Haselmaus und Siebenschläfer zu schaffen.

Die mitteleuropäische Landschaft ist seit Jahrtausenden durch den Menschen tief greifend verändert worden. Unberührte Wälder gibt es schon seit Langem nicht mehr. Eine Vorstellung von natürlicher Waldentwicklung können wir daher nur gewinnen, indem wir Waldgebiete aus der Bewirtschaftung entlassen, so dass sie sich selbst zum Naturwald entwickeln können. Der NABU Korbach hat mit Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde den Goddelsberg erworben und somit die Weichen für diese Entwicklung gestellt. Berücksichtigt man die lange Dauer von Entwicklungsprozessen im Wald, dann ist schnell klar, dass das Gebiet erst am Anfang seiner Entwicklung zum Naturwald steht. Einzelne Veränderungen sind bereits deutlich zu erkennen.

Wir dürfen gespannt sein welche neuen Erkenntnisse uns der "Urwald von morgen" in Zukunft bringen wird!

 

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